Dire Straits – Brothers In Arms

Brothers In Arms

Das fünfte Album der britischen Band Dire Straits ist in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes. Vor 30 Jahren, genauer gesagt am 14. Mai 1985, ist es erschienen.

„Brothers In Arms“ war das Nachfolge-Studioalbum von „Love Over Gold“ aus dem Jahre 1982. Dire Straits waren nicht gerade bekannt dafür Platten im Megasellerbereich aufzunehmen. Die Alben verkauften sich zwar hervorragend, aber die Auskopplung von einzelnen Singles, seinerzeit immer noch ein lukratives Geschäft für die Plattenfirmen, gestaltete sich auf Grund der Länge der Tracks eher schwierig. Trotz allem waren Sie langsam zu Stars aufgestiegen, nicht nur wegen Ihrer besonderen Qualitäten auf der Bühne. Zeugnis davon waren die ausverkauften Shows rund um die Welt. Dokumentiert wurde dies auf dem 1984 erschienene Live-Album „Alchemy“.

Da nicht alle Bandmitglieder den großen Erfolg wollten, ergaben sich Anfang der 80er Jahre einige Umbesetzungen innerhalb der Band. Zum Ende der Aufnahmen von „Brothers In Arms“ verblieben nur noch zwei der vier Gründungsmitglieder. Zum einen Mark Knopfler, der mit seinem besonderen Gitarrensound die Stil der Band prägte, zum anderen der Bassist John Illsley. Für die Aufnahmen nahm man sich nach der anstrengenden Tournee viel Zeit für das Komponieren der neuen Stücke. Mark Knopfler hatte dabei so viel Material zusammengetragen, das er sogar ein Stück an eine andere Künstlerin abtreten konnte. Nach seiner Auffassung passte der Song nicht zu einer männlichen Stimme. Für Tina Turner schien das Stück wie auf den Leib geschrieben und „Private Dancer“ verschaffte ihr als Solokünstlerin den Durchbruch.

Für die Aufnahmen buchte man ein renommiertes Studio von dem Beatles-Produzenten Georg Martin in der Karibik auf der Insel Montserrat. Zwar war das Studio bestens ausgestattet, aber man nahm trotzdem noch eigenes Equipment mit in die Karibik. Geplant war, mit dem Segen und Unterstützung der Plattenindustrie, das Album komplett digital aufzunehmen und entsprechend zu vermarkten. Bisher hatte kaum jemand mit einem hochmodernen digitalen 24-Kanal-Recorder gearbeitet. Der Ruf eilte den Aufnahmen voraus und viele Künstler kamen vorbei, um sich die Technik anzuschauen. Wobei nicht alles reibungslos mit dem Gerät klappte. Diverse Schlagzeug- und Saxofonspuren gingen zwischendurch verloren, weil die Technik einfach spinnte. Aber nach Aussage der Band und des Produzententeams hatte das Gerät einen fantastischen Sound. Am Ende verliefen die Aufnahmen aber erfolgreich. Entstanden ist ein Album mit vielen Single-tauglichen Stücken. Fünf Singles wurden insgesamt ausgekoppelt. Wie seinerzeit üblich, bestand die erste Albumhälfte aus Hits, die andere Hälfte aus den eher experimentellen Stücken. Der Band Absicht zu unterstellen, unbedingt ein Hitalbum zu produzieren, ist schwierig, aber ein von der Industrie unterstütztes Album ohne mögliche Hitsingles zu veröffentlichen, wäre sicherlich problematisch gewesen. Dire Straits waren, sehr zum Leidwesen einiger Fans der ersten Stunde, heimlich Still und Leise im Mainstream angekommen.

Bei den Aufnahmen wirkte auch diverse Gastmusiker mit. Sting, Sänger bei der Band The Police, komponierte gemeinsam mit Mark Knopfler den Mega-Hit „Money For Nothing“, und übernahm auch die Backing-Vocals. Bei dem Stück wird auf ironische Art das Musik- und Mediengeschäft auf den Arm genommen. Aus der Sicht einfacher Bürger, im dazu im Comicstil produzierten Musikvideo als Möbelpacker dargestellt, werden die vermeintlichen Rockstars als Penner und Pfeifen bezeichnet. Die Industrie nahm aber die Seitenhiebe der Künstler nicht krumm. Das Single und das dazugehörige Video wurde rauf und runter gespielt.  Als 1987 MTV-Europe an den Start ging, wurde sogar als erstes Video „Money For Nothing“ gesendet.

Die Plattenindustrie investierte seinerzeit einen Haufen Geld in die Aufnahmen, um die CD gegenüber der Vinylplatte auf dem Markt zu etablieren. „Brothers In Arms“ zeichnete sich, auch auf Grund der digitalen Aufnahmetechnik, mit einem ungewohnt komplett rauschfreien, zugegebener Massen auch etwas sterilen, Sound aus. Es war in allen Belangen eine perfekte Produktion. Und der Schachzug gelang. „Brothers In Arms“ wurde zum Verkaufsschlager und gehört heute zu den 30 meistverkauftesten Alben aller Zeiten. Die CD-Ausgabe, die gegenüber der Vinylplatte mit längeren Varianten von >Your Latest Trick< und >Brothers In Arms< ausgestattet war, wurde sogar als Beigabe zu den damals verkauften CD-Playern mitgeliefert. Das Zeitalter der CD war angebrochen, und „Brothers In Arms“ hat einen großen Anteil daran.

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